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Der kleine Bär findet den Mond

38 Jahre⏱ ca. 6 Min. Vorlesezeitvon DruckMalBilder-Redaktion
Titelbild zur Geschichte Der kleine Bär findet den Mond

Ein kleiner Bär kann nicht schlafen, weil der Mond verschwunden ist. Also macht er sich auf eine leise Reise durch den Nachtwald.

Der kleine Bär lag in seiner Höhle und wälzte sich von einer Seite auf die andere. Etwas fehlte. Er tapste zum Höhleneingang, schaute hinauf – und erschrak: Der Himmel war ganz dunkel. Der Mond war weg!

„Ohne Mond kann ich nicht schlafen“, brummte der kleine Bär. „Ich muss ihn suchen.“

Er stapfte los, ganz leise, damit die anderen Tiere nicht aufwachten. Am großen Teich traf er die Ente. „Hast du den Mond gesehen?“, flüsterte er.

Die Ente gähnte. „Vorhin schwamm er noch auf meinem Wasser. Aber dann kam eine Wolke, und weg war er. Frag doch die Eule, die sieht alles.“

Der kleine Bär bedankte sich und tapste weiter, den Hügel hinauf, bis zur alten Eiche. Dort saß die Eule und putzte ihre Federn.

„Frau Eule“, fragte der Bär, „wo ist der Mond hin?“

Die Eule lachte leise. „Der Mond ist nicht weg, kleiner Bär. Er versteckt sich nur hinter einer dicken Wolke. Weißt du was? Wolken mögen Schlaflieder. Sing ihr eins, dann zieht sie bestimmt weiter.“

Ein Schlaflied? Der kleine Bär kannte nur eines, das seine Mama ihm immer vorsummte. Er räusperte sich, schaute zum dunklen Himmel und begann zu brummen. Erst ganz leise, dann ein bisschen mutiger. Es war ein warmes, weiches Brummen, wie Honig auf frischem Brot.

Und tatsächlich: Die dicke Wolke begann zu wandern. Erst ein Stückchen, dann immer schneller, als wollte sie dem Lied hinterhertanzen. Und dahinter kam er hervor – rund und golden und wunderschön: der Mond.

„Da bist du ja“, flüsterte der kleine Bär glücklich.

Der Mond schien ihm direkt auf die Nase, und dem Bären wurde ganz warm ums Herz. Er gähnte ein riesiges Bärengähnen, sagte der Eule gute Nacht und tapste den Hügel hinunter, vorbei am Teich, in dem der Mond jetzt wieder badete, bis zu seiner Höhle.

Dort kuschelte er sich in sein Moosbett. Durch den Höhleneingang schien ein sanfter, silberner Streifen Mondlicht genau auf sein Kissen.

„Gute Nacht, Mond“, murmelte der kleine Bär.

Und wenn du heute Nacht aus dem Fenster schaust und den Mond siehst, dann weißt du: Irgendwo schläft ein kleiner Bär, der ihn für dich zurückgeholt hat. Schlaf gut.

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